Under the Flag

Under the Flag - Review - Rock Hard

"[...] Melodic Grind vom Feinsten [...]"
8,5/10 Punkten Rock Hard (Gretha Breuer)




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Under the Flag - Review - Legacy Magazin #103

Under the Flag CD"[...] Krawall mit Köpfchen [...]"
11/15 Punkten - Legacy #103 (BTJ)

Legacy Review


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Under the Flag - Review - Franconia Metallum

Necromorph - Under the Flag - CDDie Mühlen des Grindcores rattern, und zwar auf hohem Niveau. Wie schlecht geölt heulen und schreien die Gitarren, fräßen sich wie Kreissägen in Stahlträger. Wie eine Dampfmaschine stampft und pumpt das Schlagzeug presslufthammerartig. Und der harte Bass brandet und drückt in so tückischen Wellen durch die Boxen, dass er die Hosenbeine flattern macht. Auf "Under The Flag" nun klingen die meisten Songs so, wie sie heißen: "Excrements Of The Sun", "End In Vomit", "Decimate" oder "Zersetzungsmaßnahme". Sie signalisieren: Hier wird gehämmert und gemeißelt, hier werden Riffs zu Wurfgeschossen geschmiedet. Zuerst einmal wäre da "Toxic Environment". Ein geniales Stück, das mit einer gekonnten Zusammenstellung aus Blastattacken und netten Breakeinschüben auf den Hörer einwirkt. Des Weiteren ist mir "VEI 8" sehr positiv aufgefallen. Dieser Track glänzt mit melodischen Parts und einigen fetten Growls. Bei "Massendelikt" und "Workuta" geben sie ordentlich Gas, die Songs"Zivilisationsautismus" und "Eremitenland" preschen nach vorne, sind erbarmungslos, auch nicht billig gemacht oder zu einfach gespielt und sie vernichten alles was kreucht und fleucht.

Der Rausschmeißer "Cold Dead Hands" hat mich ebenso überzeugt, der schwer, schleppend das Ende ankündigt. Es lohnt sich also auf jeden Fall ein bisschen Geld für dieses Album locker zu machen.

Franconia Metallum (Thomas Müller)


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Under the Flag - Review - Fatal Underground

Necromorph - Under the Flag - CDSeit ihrem letzten Lebenszeichen „Grinding Black Zero“ ( 2011 F.D.A. Rekotz ) sind ja doch schon nen paar lange Jahre ins Land gezogen ,in denen man uns nicht mit neuem derben Stoff beglückte. Mittlerweile ist man ist man zu Defying Danger Records „abgewandert“ und wird ab Mai 2016 mit einem neuen Rundumschlag bei Euch hoffentlich für jede Menge Unterhaltung sorgen. Mit 15 recht kurzen  „Krawallattacken“ ( kein Song ,welcher die 3 min .Grenze erreicht  ,ausgenommen Titel 13 ) stehen die fünf Berliner Jungs hier am Start und zeigen recht eindeutig, dass man die Zeit echt verdammt gut genutzt hat, um sich weiterzuentwickeln. Und das absolut nicht zum Gegenteil!

Sicherlich ,den bisher eingeschlagenen musikalischen Pfad beschreitet man auch hier weiterhin. Wäre ja auch wirklich beknackt, sich von seiner alten schwedischen Death Metal-/ Grindcore Ausrichtung abbringen zu lassen. Durch nen ganzen Arsch voll an diversen Crustcore Beats verziert man hierbei die Stücke natürlich auch hier mit so nem gewissen dreckigem Charme. Richtig gut knackig gehalten, schlagen die Songs schon echt verdammt gut rein. Verdammt oft im Highspeedgeballersektor angesiedelt, werden auch hier definitiv keine Gefangenen gemacht. Allerdings könnte man hier nicht von einer Weiterentwicklung sprechen, wenn da nicht doch noch so einiges mehr als „ nur“ Brutalität zu vernehmen wäre . Denn es gibt hier durchaus auch ne Vielzahl an Riffs und Rhythmen zu erhaschen ,welche zweifelsfreie schon verdammt stark im eher progressiven Lager wiederzufinden sind .Selbst so gewisse kurze Riffausflüge ins eher schwarzmetallische Ambiente kann man immer mal wieder erhaschen. Das alles fügt sich aber zu einer absolut passenden Einheit zusammen und lässt zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Form  Gleichklang geschweige denn ,Langeweile aufkommen.

Trotz des teilweise eher etwas „melodiöser“ ausgerichteten Songaufbaus, verlieren die einzelnen Songs niemals ihr recht hohes Energielevel. Genauso Energie intensiv wird hier natürlich der Gesang gehandhabt. Im fast stetigen Wechsel wird hier zwischen kreischen, schreien, leicht corigem Ausdruck bis hin zum growlen, fast alles geboten, was in den Extremmetealbereich unbedingt hineingehört. Einzige wirklich total hervorstechende Ausnahme hier ist der letzte Song, welcher als nen reines Instrumental, gespickt mit kurzen Sprachsamples, den Abschluss bildet. Voll gepackt mit ruhigeren Riffs und nem eher dahingleitendem Rhythmus, ist man dann sogar noch richtig überrascht, als kurze Geigenlänge auftauchen. Irgendwie nen sau starker Song, bei welchem man zwar nun mal nicht abgehen kann, der aber sofort ins Ohr geht und dort mit Sicherheit auch hängen bleiben wird.

Das man mit „Under the flag“ nun kein totales Werk der Zerstörung vorlegt, sollte keinesfalls als negativ angesehen werden, das es musikalisch total extreme Exzesse da draußen ja schon mehr als genug gibt. Wer auf eine innovativere brutale Mucke abfährt, welche sich auch mal anderweitig musikalisch orientiert darstellt, aber dennoch über weite Strecken alles weghaut, sollte hier unbedingt zuschlagen . ( LEO )

Leo (Fatal Underground)


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Under the Flag - Review - Twilight Magazin

Necromorph - Under the Flag - CDVielleicht liegt es auch daran, dass sich das Personalkarussell bei NECROMORPH wieder gedreht hat, dass es geschlagene fünf Jahre gedauert hat, bis die Berliner Crust Grinder den Nachfolger zum starken ´Grinding Black Zero´ vorlegen. Das Warten hat sich gelohnt, denn mit ´Under The Flag´ setzt die Band noch einen drauf.

Wechsel gab es aber nicht nur innerhalb der Band. Von F.D.A., in deren Old School Roster die Band nicht wirklich passte, haben NECROMORPH zum kleinen feinen Defying Danger Label gewechselt.

Die Berliner fingen 1995 als Black Metal Band an, seit ich sie kenne, haben sie damit aber nichts mehr zu tun. Die Überschrift ist für mich crustiger Grindcore mit all seinen Facetten. Der Opener haut einem in hohem Tempo gleich rechts und links welche runter. Nur Geballer nutzt sich aber schnell ab. So ist es clever, dass beim folgenden ´Excrements Of The Sun´ das Tempo gedrosselt wird. Der Song ist eine lupenreine Crust-Abrissbirne mit Zug und Groove. Neben diesen beiden Elementen haben NECROMORPH es aber schon immer verstanden, die Genregrenzen maximal auszubeulen, ohne dabei zu weit zu gehen. Weiterhin darf es dann und wann Gitarrrensoli geben, die zum Glück songdienlich kurz gehalten werden und vom Egogewichse manch progressiver Band kilometerweit entfernt sind.

Eher noisige verstörende Parts unterbrechen auch weiterhin (wie bei ´Nogeun-ri´) die meist blastenden Tracks. Im Gegensatz dazu stehen langsamere straighte, zum umgehenden Kopfnicken einladende Grooveparts, die vor Energie strotzen. Durch diese Wechselspiele werden Tracks wie 'Massendelikt´ oder ´VEI 8´ dynamisch gehalten. Bei ´Handle The Flag´ schleicht sich dann unterschwellig eine fast schon fröhliche Gitarrenmelodie ein, die die folgenden Parts dann wieder aggressiver wirken lässt. Das erinnert mich an Tracks wie ´In Adrenaline´ von WOLFBRIGADE.

Die Vocals von Fritze bleiben auch 2016 facettenreich. Neben dem generell oft zu hörenden Wechselspiel zwischen Schreien und Growlen, gibt es immer wieder Parts, bei denen Effekte auf die Stimmen gelegt werden. Auch dadurch nutzt sich die Scheibe nicht so schnell ab wie bei Bands,  die mit der Stimme immer nur möglichst weit im Keller bleiben.

Textlich gibt es bei Grind Bands ja immer die Frage der drei Ps: Porno, Pathologie oder Politik? Wie nicht anders zu erwarten bleiben NECROMORPH erfreulicher Weise im letzten der genannten Genres ohne dabei stumpfe A.C.A.B.-Klischees abzulassen.

Klassisch ist, dass der etwas andere Song als Abschluss bei NECROMORPH genutzt wird. So wie der Sound der Platte insgesamt etwas fetter geworden ist, so hat man beim Rausschmeißer von der Geige zum voluminöseren Cello aufgestockt. Der eher tragende Track macht es endgültig überflüssig, sich APOCALYTICA zu geben. Ich hätte den Song eher in die Mitte des Albums als Verschnaufpause gepackt und finde generell, dass eine Album dieses Genres mit einem Knall enden sollte. Aber gut, das ist Geschmackssache.

NECROMPRH entwickeln ihren Sound auf ´Under The Flag´ konsequent weiter, ohne dabei den Bogen zu überspannen. Klar fallen bei dieser Art von Musik immer die Namen NASUM und ROTTEN SOUND - NECROMORPH sind eine der wenigen Bands, die diesem Vergleich standhalten. Wer auf gut gespielten, variablen Grindcore mit Herz und Hirn steht und sich diese Platte nicht anschafft, steht eigentlich nicht auf gut gespielten, variablen Grindcore mit Herz und Hirn.

Twilight (Tobias Trillmich)


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Under the Flag - Review - Totgehört

Necromorph - Under the Flag - CDBei Berlin denken meisten Metaller immer noch an Hipster, unfertige Flughäfen und die Tatsache, dass Neukölln irgendwie überall ist. Allerdings hat die Bundeshauptstadt tatsächlich auch eine sehr aktive Metal-Szene. Ein Vertreter der lokalen Zunft ist unter anderem NECROMORPH. Dieser Fünfer begann Mitte der Neunziger seine Laufbahn als Black-Metal-Bomber, der unter anderem die klangvolle Demo "Fürst des Zorns" veröffentlicht hat (allein des Namens wegen, sollte man die Underground-Mailorder und eBay nach einer Kopie davon durchstöbern). 2016 ist man eine gestandene Crust-Death-Metal-Band, die auch einen ordentlichen Grind-Einschlag á la NASUM und ROTTEN SOUND besitzt. Die zweite Full-Length der toten Form (was übrigens die Übersetzung des Bandnamens ist - Anmerkung der Redaktion: der Autor hat Abitur) hört auf den Namen "Under The Flag" und ist eine wütende halbe Stunde Abriss mit viel Tempo und Dreck im Getriebe.

Knapp 30 Minuten dauert dieser Höllenritt und beschert uns 15 Titel, womit im Mittel etwa zwei Minuten pro Track zur Verfügung stehen und man genau aufpassen muss, wenn man nichts verpassen will. Den auf den ersten Blick wirkt diese Stalinorgel wie ein wirrer Wust aus Punk und Extreme-Metal-Facetten. In Wahrheit aber verbergen sich hinter dem Gewitter viele gut umgesetzte Details, die es Wert sind entdeckt zu werden. So findet man in der Mitte mit 'Handle The Flag' einen amtlichen Black Thrasher, der sich unter einer Baggerschaufel voll Rotzrock verbrigt. Demgegenüber steht direkt im Anschluss ein sehr technischer Titel namens 'Nogerun-ri', der sich ein wenig an modernen NAPALM-DEATH-Ergüssen orientiert. Äußerst originell ist übrigens die Benennung einzelner Lieder. So sind 'Massendelikt' (ein pfeilschnelles Massaker mit prolligem Gesang) 'Freiheitszerstörer' (ein Stakkato-Deathgrinder), 'Zersetzungsmaßnahme' (die beste Melodie des Albums!) oder 'Zivilisationsautismus' (im Grunde die Fortsetzung von 'Massendelikt') kongeniale Namen, bei denen man sich ein anerkennendes Grinsen nur schwer verkneifen kann. Auch durch abwechslungsreiche Melodien und Arrangements stechen gerade die Wortneuschöpfungen aus der Menge heraus. Besonders die Vielseitigkeit der Saitenfraktion, die zwischen Prog, Thrash, Punk, Black und Death Metal hin und her wechseln kann, überzeugt ebenso auf ganzer Linie, wie auch Sänger Fritz, der ebenfalls ein breites Spektrum an Schreien, Grunts und Growls zu bieten hat. Das abschließende Instrumental 'Cold Dead Hands' treibt es dann auf die Spitze und setzt statt Vocals auf Samples und Streicher, die von einer melancholischen Mid-Tempo-Melodie unterlegt werden.

Ich könnte im Grunde bei jedem Track etwas finden, dass ihn mal mehr mal weniger vom Rest unterscheidet  - das ist für ein extremes Album in Spannungsfeld von Crust, Grind und Death Metal eine wirklich beachtliche Leistung! Der Vorwurf, dass alles immer gleich klingt oder große Namen wie NASUM oder NAPALM DEATH permanent bemüht werden, gilt hier auch nicht. "Under The Flag" ist für Fans von extremer Musik und punkigen Crust-Experimenten  genau der richtige Stoff, um das Wohnzimmer mit einem Vorschlaghammer zu zerlegen. NECROMORPH setzt mit diesem Dreher ein dickes Ausrufezeichen in der Szene und kann sich selbstbewusst auch außerhalb des eigenen Kiez positionieren. Durch diese Kapelle wird die Berliner Luft direkt giftig-toxisch und lässt jeden Hauptstadt-Hipster panisch in die Spree hüpfen.

8 von 10 Punkten

Totgehört (Adrian)


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Under the Flag - Review - Hell Is Open

Necromorph - Under the Flag - CD

Die 1995 gegründeten Strassenköter aus Berlin sind wieder da. Auf "Under the Flag" ist ihnen die Grindcoreschublade mal wieder viel zu klein und sie basteln noch Crust-und Deathmetal mit rein. Und das so gut das selbst jemandem wie mir der eigentlich kein Grindcore mag das Material gut reinläuft. Weltenverändernde Massnahmen finden zwar nicht statt, aber die 15 Titel bieten einen guten Überblick wie vielfältig und kreativ das Genre doch sein kann. Man wird zwar durchweg verprügelt, das aber mit Stil. Denn "Under the Flag" ist kein primitiver Haudraufgrind, hinter der harten Schale verbergen sich diverse kleine technische Raffinessen die für Auflockerung und gespitze Ohren sorgen. Technisch gesehen also über dem üblichen Standard, glücklicherweise verzichten sie auch auf irgendwelche Tiergeräusche oder andere Albernheiten, getreu dem Motto "non-nonsense Grindcore".

Grindcore mit Anspruch und ohne Scheuklappen mit dem sich auch Deathmetaller anfreunden können. Keine Schweinchengesänge, keine Bananenkostüme. Gefällt!!!

7 von 10 Punkten

Hell Is Open (Alucard)


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Under the Flag - Review - XXL-Rock

Necromorph - Under the Flag - CDJau, Grindcore. Da gibt es die berüchtigten Spaßkapellen wie The Excrementory Grindfuckers, Cliteater, Microculture, Analephants und wie die Schnuckis eben heißen, aber auch die linkspolitischeren und ernsthaften Formationen. Zu letztgenannten kann man das Quintett Necromorph zählen, das auf seiner zweiten Full-Length 'Under The Flag' mit todesbleigeschwängertem Grind inklusive zwei ordentlicher Prisen Hardcore und Crust sowie diversen Black-Metal-Versatzstücken um die Ecke lugt. Kuriose Mischung, doch gar nicht mal sooo unverständlich, wenn man in Betracht zieht, dass die 1995 ins Leben gerufene Band aus Berlin anfänglich Black Metal zockte, zwischenzeitlich dem Todesblei frönte nach diversen Veröffentlichungen (unter anderem drei Demos, drei Splits sowie eine EP) nun den Nachfolger des Debüts 'Grinding Black Zero' von 2011 in eben jenem Soundgewand präsentiert.

Die Songs knallen total, gehen geschmeidig ins Ohr und bekamen nebenbei eine fette Produktion spendiert. Zumeist regiert die Überschallgeschwindigkeit, wobei die Kompositionen niemals ins Chaotische abdriften. Sänger Fritz hat die ganze Palette an extremer Vokalperformanz drauf, growlt, keift, schreit und brüllt und mimt auch mal den Madman ('Massendelikt'). Mit Ausnahme des Songs 'Zersetzungsmaßnahme' unterschreitet man bei den meisten Tracks bei Weitem die Zweieinhalb-Minuten-Grenze und packt trotz der Kürze eine Menge Kurzweil und gelegentlich auch die eine oder andere ... ähem ... Melodie in die Lieder.
Gegen Ende gibt es mit 'Cold Dead Hands' noch ein Instrumental, dass etwas ruhiger und sehr melancholischer ausfällt und gar einen Streicherpart (Violine?) aufweist.
Insgesamt ist 'Under The Flag' eine abwechslungsreiche, gut gemachte Platte geworden. Wer so Sachen wie Nasum und Rotten Sound liebt, wird auch dieses Album gern in sein CD-Regal stellen.

XXL-Rock (Kai Ellermann)


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Under the Flag - Review - Reaperzine

Necromorph - Under the Flag - CDIch habe neulich noch in meiner Radiosendung "Radio Mähdrescher" laut gemeckert, dass es mittlerweile viel zu wenig Grindcorebands gibt, die neues und geiles Material herausbringen. Dann flatterte mir die neue ROTTEN SOUND ins Haus, und nun NECROMORPH. Geht doch! NECROMORPH stammen aus Berlin und sind auch bereits seit 1995 dabei. Man brachte es bis dato auf drei Demos, drei Splits, eine EP und das 2011er Debüt "Grinding Black Zero", welches mir auch schon sehr gefallen hat. Fünf Jahre strichen ins Land, man schloss sich dem Jens von Defying Danger Records an, wechselte das Lineup, und nun kommt Album Nummer zwei.

Fünf Jahre, eine lange Zeit, da kann sich viel anstauen. Aggressionen scheinen aufgebaut worden zu sein, und diese wurden alle in dieses Album gesteckt. Was willst Du mehr? Wo NECROMORPH drauf steht, ist eben Grindcore drin. Stumpf ist aber definitiv was anderes, trotz aller Raserei und Rohheit. Los geht es mit "1/F² - Rauschen (Braunes Rauschen)". Kurze Sprachansage, und ab geht die grindige Rase. Schön auf die Fresse und völlig durchgedreht, sehr geil. So brauche ich es. Textlich geht es um die braunen Ratten: "Ich bin ja kein Nazi, aber...". Nach dem ersten Song ist man ja eigentlich schon fix und fertig, aber es warten noch 14 Songs. Da man schnell losgelegt hat, geht man beim folgenden "Excrements Of The Sun" vom Tempo und geht etwas gemäßigter zu Werke. Hier kommt die crustige Seite der Berliner zum Vorschein, die sehr geil groovt. Macht wirklich Laune und beschreibt gut das Album. Hinzu kommen noch sehr viele Death Metal-lastige Riffs, und auch einige Black-Anleihen sind zu vernehmen, sogar progressive Klänge sind zu hören. Überwiegend regiert Gevatter Blastbeat, und das ist auch gut so, wie ein Berliner sagen würde. Ich sage: "Ein Leben ohne Blastbeat ist möglich, aber sinnlos", und drücke nach dem Durchhören die Repeat-Taste, um auch die noisigen Parts richtig wahrzunehmen. Lecker Ding.

Wie gesagt, die Krachfetischisten aus Berlin sind weit davon entfernt, stumpf zu klingen. Das neue Personal fügt sich gut ein, und wer ROTTEN SOUND auf dem Frühstückstisch stehen hat, Mittags gerne NASUM verzehrt und abends PIG DESTROYER verspeist, der sollte sich als Nachtisch definitiv "Under The Flag" von NECROMORPH gönnen. Gerade die immer wieder eingebauten groovigen Elemente machen das Album interessant und halten die Spannung aufrecht. Der Scream- und Growlgesang passt natürlich hervorragend ins Geschehen, und fertig ist die Krawallsuppe. Hier und da arbeitet man auch mit Effekten. Lecker Ding! Als Rausschmeißer gibt es einen Song mit Cello, aber den müsst Ihr Euch selber reinziehen, weil Ihr ja alle die Platte kaufen sollt. Verdient hätten die Burschen, und vor allem die Mucke, es.

Fazit:

Grindcore mit Verstand, aber auch mit Seele, gut durchdacht, aber volle Kanne. Handwerklich einwandfrei und zur keiner Zeit langweilig, da man mit guter Abwechslung aufwartet. All dieses spiegelt NECROMOPRH anno 2016 wieder. Deathgrinder könen z.B. gerne auf "Freiheitszerstörer" zurückgreifen. Ein geiler Song. Zu dem ganzen Schnickschnack fügen sie auch noch gut vorgetragene Melodien dazu. Also wer auf Grind steht, der kommt definitv nicht an diesem Album vorbei.

Bewertung: 8/10

Reaperzine (Michael Eden)



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Under the Flag - Review - Amboss-Mag

Necromorph - Under the Flag - CDHeute machen NECROMORPH da weiter, wo sie vor 5 Jahren mit „Grinding Black Zero“ aufgehört haben. Eine meistens blitzschnelle Mischung aus Grind, Crust und Death mit thrashigen Einwürfen. Damals noch bei F.D.A. Rekotz wird in 2016 über Defying Danger Records veröffentlicht!

Was hat sich in den letzten 5 Jahren verändert? Musikalisch so gut wie nichts, das ist schon mal super! Klar klingt es etwas anders als vor 5 Jahren, aber wozu soll man sich auch selbst kopieren. Der Sound hingegen hat sich schon merklich verändert. Auf der neuen Scheibe geht es nicht so höhenlastig zu, was der Mucke allerdings sehr gut steht. Den alten Sound mochte ich auch sehr, da er mich an Nasum erinnert hat, aber auf Dauer ist der neue Sound für mich etwas ohrenfreundlicher.

Vor 5 Jahren habe ich die Berliner Truppe noch als Death Metal kategorisiert, der viel Grind und etwas Thrash hat. Heute würde ich eher sagen, dass eine homogene Masse aus Grind und Crust mit viel Death und etwas Thrash die passendere Beschreibung wäre. Auch die Laufzeit von unter 30 Minuten bei 15 Songs sagt hier einiges! Auf „Under The Flag“ geht es auch mal etwas langsamer zu, aber Highspeed ist schon die bevorzugte Variante der Hauptstädter! Die Platte  wirkt ziemlich frisch, ist kurzweilig und brutal, einfach was nettes für den Samstagnachmittag am Badesee bei Grillgut und Gerstenkaltschale, z.B.!

Amboss Mag (Hendrik)



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