Violent Headache SPLIT - Review (Musik Reviews, April 2009) / german

F.D.A. Rekotz steht für Underground, Grindcore und Crust. Wer darauf nicht kann, sollte ohne Zeit zu verschwenden zum nächsten Review übergehen. Nach der wirklich großartigen ANDROPHAGOUS / TOXIC REVOLUTION Split-CD, die ich jedem Menschen, der auf extreme Musik steht, wärmstens ans Herz legen möchte, hier die nächste im wahrsten Sinne des Wortes gespaltene Veröffentlichung.
Die ersten 15 Songs wurden von den Spaniern VIOLENT HEADACHE eingeprügelt und sind nichts anderes als derber Old-School Grindcore. VIOLENT HEADACHE bearbeiten zwar zum Teil seit 1988 ihre Instrumente, haben aber gerade die halbe Mannschaft ausgewechselt, was hoffentlich das teilweise leider etwas holperige Zusammenspiel und Timing zu erklären vermag. Gut gefallen mir die vier Barcelonesen immer dann, wenn sie über die stumpfen kurzen Attacken hinausgehen und etwas Crust oder MOTÖRHEAD einfließen lassen, wie z.B. bei „Burn“, das plötzlich mächtig rockt und sowas wie eine Melodie und Wiedererkennungswert hat. Vom Stimmumfang her ist das spanische Gebrüll von Neuzugang Fres noch etwas schwachbrüstig, aber sicher ausbaufähig.
Wie so häufig im Leben gibt es Gewinner und Verlierer und zu ersteren zählen in diesem Fall ganz klar die Berliner NECROMORPH, die den Spaniern eigentlich in allen Belangen klar überlegen sind. Von ihren Jahre zurückliegenden Black Metal Wurzeln hat sich die Band verabschiedet und sich dem skandinavisch geprägtem Grind zugewandt, aber auch viele Versatzstücke von Death und Crust in ihren Sound integriert, was die zweite Hälfte des Silberlings zu einer abwechslungsreichen und spannenden Angelegenheit macht. NECROMORPH sind so schlau, nicht nur Vollgas zu geben, sondern treten ein ums andere Mal auf die Bremse und wildern dann geschickt in Midtempo-Death-Gefilden. Der textlose Gesang reicht von Growls bis Blackmetal-artigem Gekreische, die Songtitel geben aber einen groben Überblick, was die Jungs in ihrem Leben so bewegt. 34°23´N.132°27´E. sind übrigens die Koordinaten von Hiroshima.
FAZIT: International besetzte Split-Grind-CD, die genau das bietet, aber leider nicht mehr. Klare Gewinner über die relativ uninspirierte Alte Schule der Spanier VIOLENT HEADACHE sind die Berliner NECROMORPH, die in den Neunzigern in Skandinavien zur Schule gegangen sind und ein wesentlich abwechslungsreicheres Brett auf hohem Undergroundniveau abliefern. NECROMORPH sollte man auf jedem Fall im Auge behalten.
8/15 Punkte

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