Inputcollapse - Review (bloodzine Jan. 2006) / german

Reviews - Inputcollapse

Vor zehn Jahren, als Necromorph aus Berlin bei ihrer Gründung 1995 noch eher dem Black und Death Metal zugetan waren, war die große Welle des brutal crustigen Death Metals und Grinds langsam abgeklungen, erfolgreiche Bands widmeten sich mehr der Melodie und an Bands wie die mir spontan ins Gedächnis hüpfenden finnischen Abhorrence würde sich bald niemand mehr erinnern.
Necromorph jedoch scheinen sich im Laufe der technischen Entwicklung und dem langsam wieder auflodernden Interesse an dieser Gangart jener tödlichen Wurzeln besonnen zu haben und so eröffnet man die CD Inputcollapse mit einem passend betitelten Cerebral Shock, der einem alte Werte der Gewalt unausweichlich über die Hörmuscheln in die Hirnrinde fräst.
Bei soviel unerwarteter Spielfreude muß man sich wahrlich festhalten, attestiere ich schneller Klangeskunst oftmals eine gewisse Eintönigkeit bis technische Selbstdarstellung zünden Necromorph ein musikalisches Feuerwerk, daß es wahrlich in sich hat.
Schwedischer Death Metal hier, Thrash Metal dort, Crust, Grind, die Einflüsse sind wirklich weit gefächert und das tut der Musik hier sehr gut. Ein zwar fetter, jedoch nicht zwingend als modern einzustufender, lebendiger Sound holt aus den Instrumenten immer den richtigen Sound im richtigen Moment.
Besonders hervorzuheben, daß hier die Gitarre an einer Stelle noch klar ein bratendes Riff auf den Hörer schiessen kann, sich dann darauf aber schon kameradschaftlich in den Reihen einer infernalischen Dampfwalze einornet, die in einem stets kontrollierten Chaos losgaloppiert.
Necromorph zeigen sich vielseitig genug, um selbst dem Nachwuchs aufzufallen, der durch den langweiligen Massebegriff Metalcore geprägt auch Gefallen an diesem Werk finden könnte, dem traditionelleren Freund von Grind und Death sei diese Scheiblette, die es für 6 EUR bei der Band zu beziehen gibt, jedoch besonders an Herz gelegt, denn er wird seine helle Freude haben.
Warum man die CD dann nur auf 524 Stück limitiert hat ist wirklich verwunderlich. Eine unkommerzielle Einstellung ist zwar in gewissem Rahmen lobenswert, doch mit diesem mächtigen Werk in der Tasche sollten Necromorph einiges mehr an Selbstbewusstsein an den Tag legen.

9/10 Punkte

(Zülle)



 
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June 16th,
Necromorph@Bambi-Galore

Bambi galore · Hamburg

October 01st
Berlin Pedal Battle

October 14th
Festung Bitterfeld

October 28th
Café Marktzicht
Dedemsvaart, Overijssel, Netherlands






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